Eine Bewegung in der Kirche - Was ist CL

Die Bewegung Comunione e Liberazione (Gemeinschaft und Befreiung)

Comunione e Liberazione ist eine kirchliche Bewegung, deren Hauptanliegen eine christliche Erziehung ihrer Anhänger ist, die zum Mitwirken an der Mission der Kirche in allen Bereichen der heutigen Gesellschaft ermutigt.

CL entstand 1954 in Italien, als der italienische Priester Luigi Giussani (1922-2005) am humanistischen Berchet-Gymnasium in Mailand eine Gruppe von Schüler um sich scharte, die die Bedeutung des christlichen Glaubens für ihr Leben tiefer verstehen wollten. Die Initiative hieß zunächst Gioventù Studentesca (Studierende Jugend /GS).

Die heutige Bezeichnung „Comunione e Liberazione“ (CL), wurde zum ersten Mal 1969 verwendet. Sie drückt die Überzeugung aus, dass das christliche Ereignis, in Gemeinschaft gelebt, die Grundlage für die wahre Befreiung des Menschen darstellt. Wie Papst Benedikt XVI. bekräftigte, stellt Comunione e Liberazione „eine Möglichkeit dar, den christlichen Glauben in tiefer und aktualisierter Weise zu leben – einerseits durch eine völlige Treue und Gemeinschaft mit dem Nachfolger des Petrus und mit den Bischöfen, die die Leitung der Kirche gewährleisten; andererseits durch eine Spontaneität und Freiheit, die neue, prophetische Umsetzungen apostolischer und missionarischer Vorhaben ermöglichen.“ (Audienz für die Mitglieder der kirchlichen Bewegung „Comunione e Liberazione“, 24. März 2007).

Giussani fasste Inhalt und Ziel seines Ansatzes mit folgenden Worten zusammen: „Seit meiner ersten Unterrichtsstunde habe ich immer wiederholt: ‚Ich bin nicht hier, damit ihr die Ansichten, die ich euch erzähle, übernehmt, sondern um euch eine wahre Methode beizubringen, damit ihr das, was ich sage, beurteilen könnt. Was ich euch aber sage, ist eine Erfahrung, Frucht einer langen Vergangenheit, die 2000 Jahre alt ist.` Die Berücksichtigung dieser Methode kennzeichnete von Anfang an unsere erzieherische Arbeit und stellte ihr Ziel deutlich heraus: Nämlich die Zuständigkeit des Glaubens für die Bedürfnisse des Lebens aufzuzeigen. Durch die Formung in meiner Familie und im Seminar und später durch meine eigene Meditation gelangte ich zu der tiefen Überzeugung, dass ein Glaube, der sich nicht in der täglichen Erfahrung finden ließe, der sich durch die Erfahrung nicht bestätigen ließe, der nicht im Stande wäre, auf deren Bedürfnisse zu antworten, dass so ein Glaube nicht in einer Welt bestehen könnte, in der alles – alles! – das Gegenteil behauptete und auch heute noch behauptet. Das geht sogar so weit, dass selbst die Theologie lange Zeit Opfer dieser Nachgiebigkeit war. Die Zuständigkeit des Glaubens für die Bedürfnisse des Lebens und folglich – dieses ‚folglich‘ ist mir wichtig – die Vernünftigkeit des Glaubens aufzuzeigen, verlangt einen deutlich umrissenen Begriff von Vernünftigkeit. Zu behaupten, dass der Glaube die Vernunft voll zur Geltung bringt, heißt, dass der Glaube den ursprünglichen Grundbedürfnissen des Herzens eines jeden Menschen entspricht.“ (Luigi Giussani, Das Wagnis der Erziehung, EOS-Verlag, St. Ottilien 1995, S.16 f.)

Comunione e Liberazione ist heute in über 90 Ländern weltweit präsent, und wird von dem spanischen Priester Julián Carrón geleitet, der Giussani nachfolgte, als dieser 2005 verstarb.

Die Teilnahme an der Bewegung ist frei, sie sieht keine eingetragene Mitgliedschaft vor. Das grundlegende Instrument für die Erziehung derjenigen, die am Leben der Bewegung teilnehmen, ist die wöchentliche Katechese, die „Seminar der Gemeinschaft“ genannt wird.

Das offizielle Organ der Bewegung ist die internationale Monatszeitschrift Tracce – Litterae Communionis. Die deutsche Ausgabe heißt Spuren.

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