Die wesentlichen Etappen in der Geschichte von CL - Eine Bewegung in der Kirche

Die wesentlichen Etappen in der Geschichte von CL

Die wesentlichen Etappen, von 1954 bis in unsere Tage, die bezeichnend für die Geschichte und das Wachstum der Bewegung von CL in der Welt waren

1954: Don Giussani, ein Priester der Diözese Mailand, will die christliche Präsenz in den Schulen wieder aufbauen. Er beginnt, am Mailänder humanistischen Berchet-Gymnasium Religion zu unterrichten. Um ihn sammelt sich eine kleine Gruppe von Schülern, die allmählich anwächst und sich auch auf andere Schulen ausbreitet. Daraus entsteht die Jugendgruppe Gioventù Studentesca (GS). Sie agiert anfänglich im Rahmen der Katholischen Aktion Italiens. Der damalige Mailänder Erzbischof, Giovanni Battista Montini, unterstützt die neue Erfahrung, die sich bald auch in andere italienische Städte ausdehnt.

1957: Kardinal Montini schreibt einen Fastenhirtenbrief Über den religiösen Sinn. Der spätere Papst Paul VI. legt darin eine Analyse zur Lage des Glaubens im Italien der 50er Jahre vor. Giussani teilt seine Einschätzung und veröffentlicht im September sein Werk Il senso religioso (Der religiöse Sinn). Herausgeber ist die Katholische Aktion der Erzdiözese Mailand. Das Thema wird zu einem Leitgedanken in Giussanis Werk und seiner Pädagogik. So kommt es später zu mehreren erweiterten und ergänzten Neuauflagen.

1959: Don Giussani veröffentlicht seine erste Schrift, Gioventù Studentesca: Riflessioni sopra un’esperienza (Gioventù Studentesca: Betrachtungen über eine Erfahrung). Er stellt darin systematisch die Leitgedanken und den methodischen Lebensvorschlag von GS vor.

1960: Mit der Veröffentlichung von Tracce d’esperienza cristiana (Spuren christlicher Erfahrung) und Appunti di metodo cristiano (Anmerkungen zur Methode christlicher Erfahrung, 1964) liegen drei grundlegende Texte zur Methode der Bewegung vor. Alle drei wurden mit dem nihil obstat durch Monsignore Carlo Figini herausgegeben.
Sie werden später in dem Sammelband Il cammino al vero è un’esperienza (deutsch: Der Weg zur Wahrheit ist eine Erfahrung, EOS Verlag, St. Ottilien 2006) zusammengefasst. Giussani wird später über diese Texte schreiben, dass sie „die Gründe und methodischen Folgerungen aus der Entstehung der ersten Gemeinschaften im konkreten Lebensumfeld darlegen“.

1964: Don Giussani übernimmt den Lehrstuhl für Einführung in die Theologie an der Katholischen Universität Mailand. Im selben Jahr entsteht die Vereinigung Gruppo Adulto (später Memores Domini). In ihr schließen sich Mitglieder von Comunione e Liberazione zusammen, die inmitten der Welt einer Berufung der Ganzhingabe an Gott folgen wollen. Kennzeichen dieser Gemeinschaft sind die Kontemplation, verstanden als im wesentlichen immerwährendes Gedächtnis Christi, und die Mission, das heißt die Leidenschaft, die christliche Botschaft allen Menschen zu verkünden.
Die Mitglieder nehmen sich vor, ein Leben der christlichen Vollkommenheit zu führen und nach den evangelischen Räten zu leben. Don Giussani beschreibt diese „Haltungen, die die Kirche traditionell für eine vollkommene Nachahmung Christi vorschlägt“ in einem Interview über die Memores Domini im Jahr 1989 folgendermaßen: „Gehorsam, in dem Sinne, dass die Nachfolge Christi zum einen das geistliche Bemühen und das asketische Leben begünstigt und zum anderen es authentisch bezeugt; Armut als Verzicht auf persönlichen Geld- und Sachbesitz und Keuschheit, als Verzicht auf eine eigene Familie zugunsten einer, auch formal, umfassenderen Hingabe an Christus.“

1965: Don Giussani begibt sich zu Studienzwecken für einige Monate in die Vereinigten Staaten. Nach seiner Rückkehr legt er die Leitung von GS nieder.

1968: Die Krise von GS, die Mitte der 60er Jahre begonnen hatte, erreicht ihren Höhepunkt. Tausende von Jugendlichen verlassen die Bewegung, um sich dem marxistisch inspirierten studentischen Widerstand anzuschließen.

1969: Die Bewegung geht aus der Krise von 1968 gereift und mit dem neuen Namen Comunione e Liberazione (CL, Gemeinschaft und Befreiung) hervor. Neben vielen Gymnasiasten schließen sich ihr immer mehr Studenten und Erwachsene an.
Der neue Name der Bewegung stammt aus dem Titel eines Flugblatts, das eine Gruppe von Studenten im November veröffentlicht hatte. Sie waren Don Giussani treu geblieben und sahen ihn als Leiter der neuen Bewegung. Don Giussani nimmt das neue Motto begeistert auf: „Comunione e Liberazione: das ist die Überschrift für unsere Aufgabe“.

Anfang der 70er Jahre etabliert sich das „Seminar der Gemeinschaft“ als grundlegendes Moment der Katechese im Leben der Bewegung.

1973, 31. März: Im Mailänder Kongresszentrum Palalido findet die erste von CL organisierte Tagung statt. Sie steht unter dem Titel Zur Befreiung an den italienischen Universitäten. Die Veranstaltung findet in der Presse großes Echo und wird als Entstehung einer zweiten Studentenbewegung bezeichnet. Zu den Teilnehmern zählt der bekannte italienische Christdemokrat Aldo Moro.

1974, 18. April: Die erste Ausgabe der offiziellen Zeitschrift von Comunione e Liberazione erscheint unter dem Titel CL, „eine ganzheitliche Monatsschrift, Ausdruck des Lebens von CL“. Nach verschiedenen Wechselfällen, wird der Name der Zeitschrift 1977 in Litterae Communionis geändert, um dann schließlich ab 1993 Tracce – Litterae Communionis zu lauten.

1975: Papst Paul VI. empfängt CL während der traditionellen Jugendwallfahrt am Palmsonntag in Audienz. In einer privaten Unterredung ermutigt er Don Giussani, mit den Worten: „Das ist der Weg, gehen Sie weiter so.“

1976: Während einer Versammlung von Verantwortlichen der Studenten von Comunione e Liberazione in Riccione markiert der Beitrag von Don Giussani einen entscheidenden Wendepunkt für die ganze Bewegung: „Das Schicksal unserer Gemeinschaft hängt davon ab, in welchem Maß wir der Präsenz den Vorzug gegenüber der Versuchung zur Utopie geben. Präsenz ist die Verwirklichung der Gemeinschaft.“

Mehrmals kommt es zu Aggressions- und Gewaltakten gegenüber Mitgliedern von Comunione e Liberazione, die für mehrere Jahre andauern und ihren Höhepunkt im Jahr 1977 erreichen, in denen man 120 Anschläge auf Personen und Einrichtungen von CL in ganz Italien zählt.

1977: Der Verlag Jaca Book veröffentlicht die erste Auflage von Don Giussanis Werk Il rischio educativo (deutsch: Das Wagnis der Erziehung, EOS-Verlag, St. Ottilien 1995), eine Zusammenschau seiner Gedanken über das Thema der Erziehung.

1978: Es bilden sich Gruppen von „Konfraternitäten“, aus denen später die Fraternität von Comunione e Liberazione hervorgeht.

1979, 18. Januar: Der am 16. Oktober 1978 gewählte Papst Johannes Paul II. empfängt Don Giussani in einer Privataudienz. Kurz danach erscheint in Litterae Communionis ein Brief von Don Giussani an die Gemeinschaften von Comunione e Liberazione mit dem Titel: „Dienen wir Christus in diesem großartigen Menschen“: „Gleich nachdem die Audienz beendet war, fühlte ich im Herzen meiner Freude ein großes Verantwortungsgefühl: einen Willen, diesem Menschen mit meiner ganzen Kraft und meinem ganzen Leben zu dienen. Ich würde mir wünschen, dass diese Verantwortung alle erfüllen möge. (...) Meine Freunde, dienen wir diesem Menschen, dienen wir Christus in diesem großartigen Menschen, mit unserer ganzen Existenz.“ Am 31. März empfängt der Papst die Studenten der Bewegung (CLU) in einer Audienz.

1980, 11. Juli: Die Fraternität von Comunione e Liberazione erhält erstmals offiziellen Status als „kirchenrechtlich anerkannte Vereinigung“ durch den Abt von Montecassino, Monsignor Martino Matronola. Zu diesem wichtigen Schritt hat das gegenseitige Anerkennen der besonderen Nähe zwischen dem benediktinischen Geist und dem der Bewegung geführt.

1982, 11. Februar: Die Fraternität von Comunione e Liberazione wird per Dekret durch den Präsident des Päpstlichen Rates für die Laien zur einer „juristischen Person für die gesamte Kirche“ erhoben und zu einer „Vereinigung päpstlichen Rechts“ erklärt.

Am 29. August besucht Johannes Paul II. das bereits zum dritten Mal stattfindende Meeting für die Freundschaft unter den Völkern. Bei dieser Gelegenheit vertraut der Papst den Mitgliedern von Comunione e Liberazione folgenden Auftrag an: „...es ist notwendig, dass wir den Blick auf den `Baumeister unserer Erlösung` richten, um eine Zivilisation hervorzubringen, die in der Wahrheit und in der Liebe ihren Ursprung hat. Eine Zivilisation der Liebe! Um nicht dahinzusiechen, um nicht in zügellosen Egoismus zu verfallen, in eine blinde Gefühlslosigkeit gegenüber den Schmerzen der anderen. Liebe Brüder und Schwestern, baut unermüdlich eine Zivilisation der Wahrheit und der Liebe auf! Diesen Auftrag gebe ich euch heute: Arbeitet dafür, betet dafür, leidet dafür!“

1983: Don Giussani wird von Johannes Paul II. mit dem Titel „Ehrenprälat Seiner Heiligkeit“ zum „Monsignore“ ernannt. Im August spricht Don Giussani beim Meeting für die Freundschaft unter den Völkern über das Thema: „Die Freiheit Gottes“. An dem Treffen nimmt auch der französische orthodoxe Theologe Olivier Clément teil.

1984: Zum 30. Bestehen der Bewegung empfängt Johannes Paul II. 10.000 Anhänger von Comunione e Liberazione in Audienz und gibt ihnen folgenden Auftrag: „Geht zu allen Völkern und bringt ihnen die Wahrheit, die Schönheit und den Frieden, dem man in Christus, dem Erlöser, begegnet! Das ist der Auftrag, den ich euch heute gebe.“ Für die Bewegung wird dies zu einem neuen missionarischen Impuls.

In der Mitte der 80er Jahre sind die Zeiten der großen und manchmal gewaltsamen ideologischen Auseinandersetzungen vorbei, und die Gegenwart der Studenten von CL zeigt sich in den Universitäten in den vielen Angeboten, die den Bedürfnissen der Studenten entgegenkommen. Diese reichen von Orientierungshilfe für Erstsemestrige im Studium über Unterstützung bei der Wohnungssuche, bis hin zu vielfältigen kulturellen und sozialen Initiativen.

1985: Der Papst empfängt in einer Audienz 500 Priester von Comunione e Liberazione und ermahnt sie, „zu einer kontinuierlichen [Erneuerung der] Entdeckung des Charismas, das sie fasziniert hat“.
Aus dem Charisma von CL geht die Priesterbruderschaft der Missionare des Heiligen Karl Borromäus hervor, gegründet von Don Massimo Camisasca.
Während des Sommers, kehrt Don Giussani zum zweiten Mal zum Meeting von Rimini zurück, wo er ein Treffen mit dem Titel Gott braucht die Menschen leitet, das er mit folgenden Worten beendet: „Unser Schiff, das auf dem Ozean des Lebens fährt, ist dort, unten am Grund, auf etwas Großes gestoßen: den gegenwärtigen Gott. Und nichts geschieht. Nichts, Stille, Wellen. Alles wie vorher, alles ist schon geschehen und wir bleiben ruhig im Anderen, haben wir uns schon aufgegeben? Ich wünsche mir und euch, dass wir nie ruhig werden, nie wieder ruhig.“
Ende September schließt sich in Spanien ein großer Teil der Priester und Jugendlichen der Vereinigung Nueva Tierra mit Comunione e Liberazione zusammen.

1986: Der Verlag Jaca Book veröffentlicht eine überarbeitete Neuausgabe von Don Giussanis Il senso religioso (deutsch: Der religiöse Sinn. Grundkurs christlicher Erfahrung, EOS-Verlag, St. Ottilien 2011). Das Buch ist der erste Teil des dreibändigen PerCorso. Es zeichnet den Weg nach, dem Don Giussani seit seinem Unterricht im Berchet Gymnasium in Mailand gefolgt ist, in der Folgezeit durch ihn selbst überarbeitet und erweitert. Das Werk wird auch für den Kurs zur „Einführung in die Theologie“ an der Katholischen Universität „Sacro Cuore“ von Mailand benutzt.

1987: Am 27. Juni nimmt Don Giussani auf Einladung des Internationalen Kulturzentrum in Nagoya (Japan) an einer Konferenz über Buddhismus und Christentum teil. Sein Beitrag wird in der Monatsschrift Tracce unter dem Titel Una chiarezza di fede di fronte al buddismo migliore (dt.: Ein klarer Glaube in der Begegnung mit dem Buddhismus). Nach diesem Treffen wird er ins Zentrum des „Shingon“ (japanisch für „wahres Wort) Buddhismus eingeladen nach Koyasan, 40 km von der Stadt Osaja entfernt. So beginnt die Freundschaft mit den Mönchen des Koya-Berges.

1988, 8. Dezember: Die Vereinigung Memores Domini wird vom Heiligen Stuhl genehmigt und als „universale private kirchliche Vereinigung“ anerkannt.

1991: Der Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Camillo Ruini, lädt die Fraternität von CL ein, Teil des nationalen Rates für die Laienvereinigungen zu werden.

1992, 17. Oktober: Anlässlich des 10. Jubiläums ihrer päpstlichen Anerkennung unternimmt die Fraternität von Comunione e Liberazione unter der Leitung von Don Giussani eine Wallfahrt nach Lourdes, als Gestus der Dankbarkeit und der Bitte. Es nehmen 5000 Mitglieder aus Italien, Irland, Portugal, Spanien, Deutschland, der Schweiz und Frankreich teil. Die Messe wurde von Msgr. Angelo Scola zelebriert.

1993: Der Verlag BUR-Rizzoli beginnt mit der von Giussani betreuten Buchreihe I libri dello spirito cristiano (Bücher des christlichen Geistes). Von da an veröffentlicht Don Giussani mehrere Bücher bei Rizzoli und anderen Verlagshäusern (San Paolo, Marietti, SEI, Piemme), die in viele Sprachen übersetzt werden.

1995: Don Giussani erhält den Internationalen Katholischen Kulturpreis von Bassano del Grappa.

1997: Die erste einer Reihe von CDs mit vorwiegend klassischer Musik erscheint in der von Giussani herausgegebenen Reihe Spirto Gentil.
Unter dem Titel Huellas erscheint die spanische Ausgabe von Tracce, der offiziellen Zeitschrift von CL, und wird in Argentinien, Chile, Kolumbien, Ecuador, Mexiko, Paraguay, Peru, in der Dominikanischen Republik, in Spanien und Venezuela vertrieben.
Am 11. Dezember, wird auf Initiative des Ständigen Beobachters des Heiligen Stuhls bei der UNO, Erzbischof Renato Martino, die englische Ausgabe von Il senso religioso in New York vorgestellt. An der Präsentation nehmen der katholische Theologe David Schindler, der buddhistische Mönch Shingen Takagi und der jüdische Musiker David Horowitz teil.

1998: Vertreter von Comunione e Liberazione nehmen mit Beiträgen und Zeugnissen am Weltkongress der Kirchlichen Bewegungen teil, den der Päpstliche Rat für die Laien vom 27. bis 29. Mai in Rom organisiert. Zum Abschluss des Kongresses begegnet Johannes Paul II. am 30. Mai den Mitgliedern der Bewegungen und neuen geistlichen Gemeinschaften am Petersplatz. Don Giussani hält, gemeinsam mit anderen Gründern (Chiara Lubich, Kiko Arguello, Jean Vanier), sein Zeugnis in Gegenwart des Heiligen Vaters, und schließt seinen Beitrag mit folgenden Worten: „Der wahre Protagonist der Geschichte ist der Bettler. Christus bettelt um das Herz des Menschen, und das Herz des Menschen bettelt um Christus."

1999: In Rom beginnt das Internationale Zentrum von Comunione e Liberazione seine Aktivität, als verbindendes Organ der Realitäten von CL in der ganzen Welt und als Dienst an der Kirche, vor allem im Blick auf das Jubiläumsjahr 2000.
Unter dem Titel Traces erscheint die englische Ausgabe der offiziellen Zeitschrift von CL, und wird schließlich in Australien, Kanada, Großbritannien, Hong Kong, Irland, Kenia, Nigeria, Taiwan, Uganda und den USA vertrieben. Die seit 1996 zweimonatlich erscheinende brasilianische Ausgabe der Zeitschrift, Passos, erscheint nun monatlich.
21. Januar: Don Giussanis Buch La conscience religieuse de l’homme moderne, wird von dem Philosophen Rémi Brague und Msgr. Angelo Scola bei der Unesco in Paris präsentiert.
19. März: Die Priesterbruderschaft der Missionare des Heiligen Karl Borromäus wird von Johannes Paul II. als Gesellschaft des apostolischen Lebens päpstlichen Rechts anerkannt.
24. Mai: Giussanis Buch At the Origin of the Christian Claim (McGill Queen’s University Press 1998, deutsch: Am Ursprung des christlichen Anspruchs, Bonifatius-Verlag, Paderborn 2003) wird im Glaspalast der UNO in New York durch den New Yorker Erzbischof, Kardinal John O’Connor, den Rabbiner Neil Gillman und den afghanischen Botschafter, Razan A.G. Farhadi vorgestellt.
4. Juni: Don Luigi Giussani spricht im Vatikan bei der von Päpstlichen Rat für die Familie organisierten Tagung über die „Väterlichkeit Gottes und die Väterlichkeit in der Familie“.
18. Juni: im Rahmen eines vom Päpstlichen Rat für die Laien organisierten Seminars mit dem Titel „Die Förderung der kirchlichen Bewegungen und der neuen geistlichen Gemeinschaften durch die Bischöfe“ steuert Don Giussani sein Zeugnis bei, und beschreibt Eigenschaften und Anliegen von CL.

2000: Viele Gruppen von Comunione e Liberazione nehmen offiziell an mehreren Feierlichkeiten mit dem Papst anlässlich des Heiligen Jahres teil: Feiern für die Berufstätigen, die Jugendlichen, die Studenten und die Familien. Zum Anlass des letzteren verfasst Don Giussani einen Beitrag für den internationalen theologisch- pastoralen Kongress zum Thema „Die Kinder, Frühling der Familien und der Gesellschaft“, der vom 10.-12. Oktober vom Päpstlichen Rat für die Familien organisiert wird.
Die offizielle Zeitschrift von CL erscheint in russischer Ausgabe, Sled, und auf französisch, Traces.
18. September: Eröffnung des neuen Sitzes des Internationalen Zentrums von CL in Rom. Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano, steht der Einweihung vor und verliest einen Brief von Johannes Paul II zu diesem Anlass.

2001: Mitglieder von CL engagieren sich in Italien in vielen Initiativen für Bildungsfreiheit, Gleichberechtigung von privaten und öffentlichen Schulen und den sogenannten „Buono Scuola“, eine finanzielle Unterstützung für das Schulgeld. Dazu finden auch zwei Großdemonstrationen in Mailand (2. Dezember) und Rom (7. Dezember, Piazza Santi Apostoli) statt.
14. Oktober: zur zehnten Ausgabe von „Corona Turrita“, einer Auszeichnung der Stadt Desio für ihre Ehrenbürger, wird der Preis an Don Giussani verliehen.

2002: 11. Februar: 20. Jahrestag der päpstlichen Anerkennung der Fraternität von Comunione e Liberazione. Aus diesem Anlass, schreibt Johannes Paul II. persönlich einen langen Brief an Don Giussani, in dem unter anderem folgendes zu lesen ist: „Wenn man das Leben und die Werke der Fraternität und der Bewegung in Gedanken zurückverfolgt, so ist der erste Aspekt, der einen berührt, die Bereitschaft, sich der Bedürfnisse des Menschen von heute anzunehmen. Der Mensch hört nie auf zu suchen (...) Die einzige Antwort, die ihn befriedigt und sein Suchen zur Ruhe kommen lässt, erfährt er in der Begegnung mit Dem, der am Ursprung seines Seins und Handelns steht. Die Bewegung wollte und will daher nicht einen Weg, sondern den Weg weisen, der zur Lösung dieses existentiellen Dramas führt. Dieser Weg ist, wie Sie so oft bekräftigt haben, Christus. Er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben, von dem die Person in der Alltäglichkeit ihrer Existenz erreicht wird. (...) Das Christentum ist daher weniger ein System von Lehren oder eine Regel zur Erlangung des Heils, es ist vielmehr das "Ereignis" einer Begegnung. Hierin liegt die Intuition und Erfahrung, die Sie in diesen Jahren an so viele Personen weitergegeben haben, die am Leben der Bewegung teilgenommen haben. "Comunione e Liberazione" strebt weniger danach, irgend etwas Neues anzubieten, als vielmehr die Tradition und Geschichte der Kirche wiederentdecken zu lassen, um diese erneut in einer Art und Weise zum Ausdruck zu bringen, die den Menschen von heute anspricht und herausfordert.“
Kurz darauf schreibt Don Giussani einen Brief an die Mitglieder von Comunione e Liberazione. Hier ein Ausschnitt daraus: „Welch gewaltige Arbeit ergibt sich aus diesem Brief. Wir sind noch immer am Anfang, immer! Es muss etwas Neues geschehen, ein äußerst schwerwiegender Schritt in unserer Geschichte. Es ist ein Moment besonderer Verantwortung, deren Konsequenzen sich erst im Laufe der Zeit klären. Sie besteht in der Dringlichkeit, in unserer Existenz das Urteil des Heiligen Geistes zu verwurzeln, wozu jeder in geordneter und gehorsamer Weise beitragen kann, wogegen er sich aber auch sträuben kann in einer Selbstbehauptung der eigenen Fleischlichkeit. Sie lässt es unmöglich werden, die eigene Heiterkeit aufrecht zu erhalten oder gegen die scheinbare Zerstörung der Ereignisse anzukämpfen. Alles hängt davon ab, ob unsere Mühe von einem heiteren und somit konstruktiven Gehorsam getragen ist.”

29. März: Ein von der New Yorker Gemeinschaft von CL initiierter Kreuzweg führt über die Brooklyn Bridge zum Ground Zero, wo in einer Andacht der Opfer des 11. September 2001 gedacht wird. Tausende Menschen nehmen an diesem öffentlichen Gestus teil, darunter auch der New Yorker Bürgermeister Giuliani.
15. Oktober: Don Giussani wird 80 Jahre alt. Es erreichen ihn mehr als 2000 Faxnachrichten, Emails, Briefe und Telegramme aus der ganzen Welt und von Vertretern aus Politik, Kultur, der Kirche und der Religionen, von Privatpersonen und Gemeinschaften.
19. Oktober: über 20.000 Mitglieder der Fraternität in Italien begeben sich auf eine Wallfahrt zum Heiligtum von Loreto. Auch anderswo auf den fünf Kontinenten werden marianische Wallfahrten organisiert.
Unter dem Titel Spuren erscheint die deutsche Ausgabe von Tracce.

2003: Es erscheinen die portugiesische Ausgabe von Tracce (Passos, vertrieben in Portugal und Mosambik), die polnische (Slady), die ungarische (Nyomaink) und die japanische.
4./5. April: An der Georgetown University in Washington findet eine internationale Tagung über Giussanis Buch The Risk of Education statt. Es nehmen 50 Universitätsprofessoren teil, darunter renommierte Philosophen und Theologen.
17. Oktober: Die russische Ausgabe von Giussanis Buch Il senso religioso (Der religiöse Sinn) wird in Almaty, in Kasachstan präsentiert. Es sprechen dazu der Rektor der kasakisch-arabischen Universität Mynbayev Murat Khazhi, der Philosoph Vislavyi Zorin, die Pianistin Janiyà Aubakirova, der Schriftsteller Rollan Seisenbayev und der Astrophysiker Marco Bersanelli.
Zum 25. Amtsjubiläum von Papst Johannes Paul II. schreibt Don Giussani einen Brief an den Heiligen Vater für die Wochenzeitschrift Panorama, den diese am 30. Oktober veröffentlicht.
12. November: 19 italienische Soldaten und Carabinieri sterben bei einem Attentat in Nassirija, Irak. Für die Trauerfeier am 18. November verfasst Don Giussani eine Botschaft, die in der Hauptnachrichtensendung des italienischen Fernsehsenders RAI (Tg2, 20:30 Uhr) verlesen wird. Hier ein Ausschnitt daraus: „Wenn es eine Erziehung des Volkes geben würde, ginge es uns allen besser. Die Angst oder die Verschmähung des Kreuzes Christi wird uns nie dazu führen, an der Freude des Lebens inmitten eines Volksfestes oder eines Familienfestes teilzuhaben.“

2004: Comunione e Liberazione feiert sein 50-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass schreibt Don Giussani dem Papst (26. Januar). Hier ein Ausschnitt aus dem Brief: „Ich wollte niemals irgend etwas „gründen“. Ja, ich meine, dass der Genius der Bewegung, die ich entstehen sah, aus der Notwendigkeit einer Rückkehr zu den grundlegenden Aspekten des Christentums entstand, das heißt aus der Leidenschaft für das christliche Ereignis als solches, in seinen wesentlichen Aspekten – und nichts weiter. Und vielleicht hat gerade dies unvorhersehbare Möglichkeiten der Begegnung mit Persönlichkeiten aus der jüdischen, muslimischen, buddhistischen, protestantischen und orthodoxen Welt eröffnet – von den Vereinigten Staaten bis nach Russland. Sie fanden stets in dem Bestreben statt, all das an Schönem, Wahrem und Gutem mit offenen Armen zu empfangen und wertzuschätzen, was noch in Personen zu finden ist, die eine Zugehörigkeit leben.
Worauf es heute im Christentum entscheidend ankommt, ist, dass sich das Christentum ganz mit einem Faktum identifiziert, nämlich mit dem Ereignis Christi – wie Sie dies in Ihrer programmatischen Enzyklika Redemptor hominis, weitsichtig verkündigt haben –, und nicht mit einer Ideologie. Gott hat sich dem Menschen und der Menschheit nicht vermittels einer Theorie zugewandt, die dann letztlich von Philosophen und Intellektuellen entdeckt wird, sondern durch ein Ereignis, das man erfahren kann. So haben Sie in Novo millennio ineunte ausgeführt: „Nein, keine Formel wird uns retten, sondern eine Person, und die Gewissheit, die sie uns ins Herz spricht: Ich bin bei euch!“ Wenn unsere erzieherische Leidenschaft eine Charakteristik hat, dann ist es der unablässige Verweis auf diesen unergründlichen Brennpunkt christlicher Erfahrung, über den viele beinahe hinwegsehen, wenn sie ihn als selbstverständlich oder als offensichtliche Voraussetzung abtun.“
Johannes Paul II. antwortet mit einem langen Brief, datiert auf den 22. Februar. Der Pontifex schreibt darin unter anderen: „Die ursprüngliche pädagogische Intuition eurer Bewegung besteht gerade darin, das christliche Ereignis auf faszinierende und der zeitgenössischen Kultur entsprechende Weise vorzuschlagen, es als Quelle neuer Werte zu verstehen, die in der Lage sind, der ganzen Existenz Orientierung zu verleihen. Es ist dringend nötig, dem Menschen zur Begegnung mit Christus zu verhelfen, damit Christus auch für den Menschen von heute zum letzten Grund seines Lebens und Handelns wird. Eine derartige Glaubenserfahrung bringt einen neuen Blick auf die Wirklichkeit hervor, eine Verantwortung und Kreativität, die alle Bereiche der Existenz erfasst: von der Arbeitswelt bis zu den familiären Beziehungen, vom sozialen Einsatz bis zur Inspiration von Kultur und Politik. (...)Aus diesem Bewusstsein heraus soll eure Bewegung weiterhin allen Menschen die Schönheit und die Freude der Begegnung mit dem Erlöser des Menschen verkünden. Sie soll entschieden die göttliche Barmherzigkeit verkünden und die bisweilen verzagte Menschheit daran erinnern, dass man keine Angst zu haben braucht, weil Christus unsere Zukunft ist.“
Um das 50 – jährige Bestehen der Bewegung zu feiern, unternehmen am 16. Oktober ca. 45 000 Menschen aus ganz Italien eine Wallfahrt zum Haus der Heiligen Familie in Loreto, während weltweit die Gemeinschaften Wallfahrten zu Marienwallfahrtsorten in den jeweiligen Ländern organisieren.
Darüber hinaus werden in Italien und aller Welt, hunderte von Veranstaltungen zur Präsentation von Don Giussanis Buch Perché la Chiesa (dt. Warum die Kirche?, Bonifatius Verlag, 2006) organisiert.

2005, 22. Februar: Don Giussani stirbt in seiner Wohnung in Mailand.
24. Februar: Kardinal Joseph Ratzinger leitet als persönlicher Abgesandter des schwer erkrankten Papstes das Requiem für Don Giussani im Mailänder Dom. 40.000 Gläubige nehmen daran teil und hören in der Predigt des Kardinals unter anderem folgendes: „Don Giussani wuchs – wie er selbst sagt – in einem Haus auf, das arm an Brot, aber reich an Musik war, und so war er von Anfang an berührt, ja sogar verwundet von der Sehnsucht nach Schönheit. Und er gab sich nicht mit irgendeiner Schönheit zufrieden, mit einer banalen Schönheit: er suchte die Schönheit an sich, die unendliche Schönheit, und so hat er Christus gefunden, und in Christus die wahre Schönheit, den Weg des Lebens, die wahre Freude. (...)Indem er Christus sah hat er wirklich gewusst, dass Christus zu begegnen Christus folgen heißt, dass diese Begegnung ein Weg ist, ein Pfad. Ein Pfad, der – wie wir es im Psalm gehört haben – auch die „finstere Schlucht“ durchquert.“
Johannes Paul II., geschwächt durch die Krankheit, sandte einen von ihm verfassten Brief, der am Anfang der Trauerfeier verlesen wurde. Hier aus Ausschnitt daraus: „Ich danke dem Herrn für das Geschenk seines Lebens, das er ohne Vorbehalte hingab in der konsequenten Erfüllung seiner eigenen Priesterberufung, im beständigen Hören auf die Bedürfnisse des heutigen Menschen und im mutigen Einsatz für die Kirche. Sein gesamtes apostolisches Handeln könnte man in der offenen und entschiedenen Einladung zu einer persönlichen Begegnung mit Christus, der die vollständige und endgültige Antwort auf die tiefsten Sehnsüchte des menschlichen Herzens ist, zusammenfassen, die er an alle, die sich ihm näherten, zu richten verstand.“

8. März: Die Stadt Rom organisiert eine Gedenkfeier für Don Giussani auf dem Kapitol, an der u.a. Walter Veltroni, Maria Pia Garavaglia, Giulio Andreotti, Don Julián Carrón und Tarcisio Kardinal Bertone teilnehmen.
19. März: Die Zentrale Diakonie der Fraternität von Comunione e Liberazione versammelt sich in Mailand zur Ernennung des neuen Präsidenten. Don Julian Carrón wird einstimmig zum Nachfolger Don Giussanis als Präsident der Fraternität gewählt. Don Giussani hatte Don Carrón bereits ein Jahr vorher aus Spanien rufen lassen, in vollem Einverständnis mit dessen Erzbischof, dem Kardinal Rouco Varela, um die Verantwortung der Leitung innerhalb der Bewegung gemeinsam mit ihm zu tragen.
13. Mai: Der Päpstliche Rat für die Laien ernennt Don Carrón zum kirchlichen Berater der kirchlichen Vereinigung der Memores Domini.
26. August: Papst Benedikt XVI. empfängt Don Carrón in einer Audienz in Castel Gandolfo.
27. August: Zum Abschluss des Meetings in Rimini wird die neue Ausgabe von Don Giussanis Il rischio educativo (Das Wagnis der christlichen Erziehung) präsentiert. Gleichzeitig nimmt eine Kampagne ihren Anfang, die sich in den darauffolgenden Monaten in Italien und der ganzen Welt abspielen wird, und im Rahmen derer auch ein sogenannter „Appello Educazione“ (Erziehungsaufruf) von Tausenden von Menschen unterzeichnet wird, darunter auch prominenten Vertretern.
26. Oktober: Die Stadt Mailand organisiert eine Tagung mit dem Titel „Don Giussani und die Suche nach der Schönheit“ mit Claudio Risè, Stefano Zecchi, Lorenzo Ornaghi, Franco Loi, Julián Carrón und Franco Branciaroli.

2006: die Schwestern der Nächstenliebe von der Himmelfahrt Mariens verkünden, dass das Generalkapitel Don Giussani gemeinsam mit Pater Pernet zum Gründer des Instituts erklärt hat und dass der Heilige Stuhl diese Entscheidung genehmigt und bestätigt hat.
22. Februar: aus Anlass des ersten Jahrestages des Todes von Don Giussani (und auch in den folgenden Jahren), werden hunderte Gedenkmessen in der ganzen Welt gefeiert, denen oft Kardinäle und Bischöfe vorstehen.
9.-12. März: Don Carrón nimmt in Bogotá an der Tagung der kirchlichen Bewegungen und neuen geistlichen Gemeinschaften zum Thema „Christ, das heißt Jünger Jesu Christi“ teil.
3. Juni: Don Carrón spricht am Petersplatz während des Treffens mit Papst Benedikt XVI. mit den kirchlichen Bewegungen.
26. Oktober: An der Katholischen Universität von Mailand wird die erste arabischsprachige Ausgabe von Luigi Giussanis Il senso religioso (dt. Der religiöse Sinn) präsentiert. Als Referenten sind Wa´il Farouq, Professor für arabische Sprache und Literatur und für islamische Philosophie in Kairo und Don Julián Carrón eingeladen.

2007, 1. Februar: Der Sekretär des Vatikans für die Beziehungen zu den Staaten, Msgr. Dominique Mamberti, stellt in Rom die zweite Auflage der arabischsprachigen Ausgabe von Luigi Giussanis Il senso religioso (dt. Der religiöse Sinn) vor.
24. März: Anlässlich des 25jährigen Jubiläums der Anerkennung der Fraternität und des zweiten Jahrestages des Todes von Don Giussani empfängt Papst Benedikt XVI. rund 100.000 Anhänger der Bewegung aus der ganzen Welt zu einer Audienz auf dem Petersplatz. Bei dieser Gelegenheit sagt der Heilige Vater: „Mein erster Gedanke geht zu eurem Gründer, Msgr. Luigi Giussani, an den mich so viele Erinnerungen binden und der mir zu einem echten Freund geworden war. Die letzte Begegnung fand, wie Msgr. Carrón erwähnte, im Februar vor zwei Jahren im Mailänder Dom statt, als mich der geliebte Johannes Paul II. entsandte, um dem Trauergottesdienst für Don Giussani vorzustehen. Der Heilige Geist hat durch ihn in der Kirche eine Bewegung, eure Bewegung, erweckt, die von der Schönheit des Christseins Zeugnis geben sollte in einer Zeit, in der sich immer mehr die Meinung verbreitete, das Christentum sei etwas Anstrengendes und bedrückend zu leben. Don Giussani bemühte sich daher, in den jungen Menschen die Liebe zu Christus, der »Weg, Wahrheit und Leben« ist, wiederzuerwecken, indem er immer wieder darauf hinwies, dass allein Er der Weg zur Erfüllung der tiefsten Sehnsüchte des menschlichen Herzens ist und dass Christus uns nicht trotz unseres Menschseins rettet, sondern durch es. Wie ich in der Predigt bei der Trauermesse für ihn in Erinnerung rief, war dieser mutige Priester, der in einem Haus arm an Brot, aber reich an Musik – wie er selbst gern sagte – aufgewachsen war, von Anfang an berührt, ja getroffen von der Sehnsucht nach der Schönheit, aber nicht nach irgendeiner Schönheit: Er suchte nach der Schönheit selbst, nach der unendlichen Schönheit, die er in Christus fand.
15. Juni: In Alexandrien, Ägypten, wird die arabischsprachige Ausgabe von Don Giussanis Il senso religioso (Der religiöse Sinn) vorgestellt.
14. Oktober: Die nationale Versammlung der Lehrer von Comunione e Liberazione organisiert ein Treffen mit Don Julián Carrón mit dem Titel: Erziehung - die Mitteilung meiner selbst, das heißt meiner Art mit der Wirklichkeit in Beziehung zu treten“. Es nehmen 5000 Lehrer daran Teil, und viele andere verfolgenden die Veranstaltung in Audio-Video Verbindung.

2008, 20. Januar: In New York wird der erste Band der englischsprachigen Ausgabe von Don Giussanis Buch Is It Possible to Live This Way? (dt. Kann man so leben?) vorgestellt. Als Referenten sind Msgr. Lorenzo Albacete, Don Julián Carrón, Robert Pollack (Dozent für Biologie an der Columbia University) und Joseph Weiler (Dozent für Rechtswissenschaften an der New York University). Im Laufe des Jahres folgen fast 200 Buchvorstellungen der verschiedensprachigen Ausgaben in allen Teilen der Welt, an denen Universitätsrektoren und Professoren, Unternehmer und Selbstständige, Bischöfe und Theologen, Bankiers und Richter, Politiker und Journalisten aktiv teilnehmen.
28. Januar: Don Julián Carrón schreibt einen Brief an die ganze Bewegung nach der Teilnahme von vielen am Angelus am Petersplatz, am Sonntag den 20. Januar, als Zeichen der Einheit mit dem Bischof von Rom: Wenige Tage zuvor hatte der Pontifex – nach herben Polemiken - die Einladung abgelehnt, an der feierlichen Eröffnung des akademischen Jahres der Universität La Sapienza in Rom teilzunehmen. Hier ein Ausschnitt aus dem Brief: „Ohne das kraftvolle Zeugnis des Nachfolgers Petri wären wir- wie viele unserer Zeitgenossen- verloren. (...) Sein unbeirrbares Zeugnis stellt für uns die Hoffnung dar, dass wir nicht der Gefahr der abendländischen Welt unterliegen, vor der er warnt: Dass man nämlich «vor der Wahrheitsfrage» kapituliert. Denn wir wissen sehr wohl: «Wenn die Vernunft (...) taub wird für die große Botschaft, die ihr aus dem christlichen Glauben und seiner Weisheit zukommt, dann verdorrt sie wie ein Baum,
dessen Wurzeln nicht mehr zu den Wassern hinunterreichen, die ihm Leben geben».
Sie verliert «den Mut zur Wahrheit» und resigniert.”
24. Februar: In der Kathedrale von Sao Paolo (Brasilien), überantworten Cleuza und Marcos Zerbrini, im Beisein von 50 000 Menschen und Kardinal Odilo Scherer die Vereinigung der Arbeiter Sem Terra (Landlosen), die 100000 Menschen umfasst, in die Hände von Don Carrón. „Indem wir Comunione e Liberazione begegnet sind, haben wir all das gefunden, dessen wir bedurften.“
Februar-März: zum dritten Jahrestag des Todes von Don Giussani werden über 250 Messen auf der ganzen Welt von Kardinälen und Bischöfen gefeiert.
8. März: Mit Ablaufen des Mandats mit dem Don Carrón am 19. März 2005 zum Nachfolger von Don Giussani in der Leitung der Bewegung ernannt worden war, erneuert die Zentrale Diakonie der Fraternität von CL seine Ernennung zum Präsidenten der Fraternität für die folgenden sechs Jahre.
24. April: Benedikt XVI. beruft Julián Carrón in den Beirat des Päpstlichen Rates für die Laien.
11. Juni: Im italienischen Kulturinstitut in Tokio wird die japanischsprachige Ausgabe von Luigi Giussanis Il senso religioso (Der religiöse Sinn) präsentiert. Die Buchvorstellung wird von Sadahiro Tomoko, Assistent des Bischofs von Hiroshima moderiert; es folgen Beiträge von: Shodo Habukawa, Dozent an der Universität des Berg Koya und Verantwortlicher des Muryokoin Tempels; der Missionar Msgr. Giuseppe Pittau von der Sophia University in Tokio und Don Ambrogio Pisoni. Darüber hinaus nimmt der Bildhauer Etsuro Sotoo mit einem Beitrag per Videoprojektion teil.
5.-26. Oktober 2008: Der Heilige Vater beruft Don Julián Carrón zur Teilnahme an der zwölften ordentlichen Bischofsversammlung, wo er am 8. Oktober 2008 sein Statement vorträgt.
3. November: In Folge dieser Erfahrung schreibt er einen Brief an die ganze Bewegung von CL. Hier ein Ausschnitt daraus: „Wir sind heute dazu angehalten, uns des Zieles bewusst zu werden, aufgrund dessen der Geist Don Giussani ein Charisma gegeben hat. Dieses Ziel besteht darin, zusammen mit allen Getauften,
an dem Aufbau und der Erneuerung der Kirche mitzuwirken zum Wohl der Welt. Gemäß seiner Methode schenkt Gott einem einzigen die Gnade, damit sie durch ihn alle anderen erreicht. Wir wären der Natur unseres Charismas untreu, wenn wir die empfangene Gabe nicht mit allen innerhalb und außerhalb der Kirche teilen würden. Darum muss jeder einzelne innerhalb seiner Umstände prüfen, wie er zum Wohl der Kirche beitragen kann”

2009, 17. Januar: In New York (USA) wird der zweite Band von Is it Possible to Live this Way? Hope (dt. Kann man so leben?) vorgestellt. An der Diskussion nehmen Don Julián Carrón, Msgr. Lorenzo Albacete, der Journalist John Allen und der Professor Edward Nelson teil.
23. Januar: Die englischsprachige Ausgabe von Luigi Giussanis Buch The risk of Education (dt. Das Wagnis der Erziehung) wird in Bangkok, Thailand vorgestellt.
28. Januar: Das Don Giussani gewidmete „Permanent Centre for Education“ wird in Kampala, Uganda eingeweiht.
Februar-März: zum vierten Todestag von Don Giussani werden Messen in aller Welt gefeiert, unter de Vorsitz von Kardinälen, Bischöfen und Apostolischen Nuntien.
Juli: Mit der Veröffentlichung des Bandes Qui e ora (1984-1985) von Luigi Giussani wird die Reihe „I libri dello spirito cristiano“ (dt. Bücher des christlichen Geistes) eingestellt, die Giussani 1993 begonnen und bis 2005 selbst geleitet hatte. Die Reihe war bis 2009 unter der Leitung von Don Julián Carrón weitergeführt worden.

2010, Januar: Buchvorstellungen in Dublin (7. Januar), New York (17. Januar) und Montreal (18. Januar) der neuen englischen Ausgabe des dritten Bandes von Luigi Giussanis Is it Possible to Live this Way? Charity.
16. Mai: Auf Einladung des Nationalen Rates der Laienbewegungen versammeln sich 35000 Anhänger von CL in Rom zum Regina Coeli mit dem Heiligen Vater.
24. November: Manuela Camagni, Memor Domini, die im päpstlichen Haushalt tätig war, stirbt in Rom an den Folgen eines Autounfalls. Benedikt XVI. sendet eine Botschaft zur Begräbnisfeier, die am 29. November von seinem Sekretär, Msgr. Georg Gänswein zelebriert wird.

2011, 26. Januar: Buchvorstellung von Luigi Giussanis Il senso religioso (Rizzoli Verlag) im PalaSharp Sportpalast von Mailand durch Julián Carrón. Die Präsentation wird via Videoverbindung in 180 italienische Städte übertragen.
Februar-März: hunderte von Messen werden in der ganzen Welt im Gedenken an den sechsten Todestag von Don Giussani und anlässlich des 29jährigen Jubiläums der Anerkennung der Fraternität.
14. Oktober: Benedikt XVI. empfängt Julián Carrón zu einer Audienz im Apostolischen Palast. Die Audienz findet am Vorabend des Treffens im Vatikan über das Thema „Neue Evangelisatoren für eine neue Evangelisation“.

2012, 25. Januar: Julián Carrón stellt in Mailand, im Teatro degli Acrimboldi, Luigi Giussanis Buch All´origine della pretesa cristiana (Rizzoli Verlag) vor (dt. Am Ursprung des christlichen Anspruchs, EOS Verlag, St. Ottilien 2011). Das Treffen, mit dem via Video hunderte italienischer Städte verbunden sind, wird von mehr als 50000 Menschen verfolgt.

2012, 22. Februar: Am Ende der im Dom von Mailand gefeierten Messe zum 30. Jahrestag der päpstlichen Anerkennung der Fraternität von CL und zum Gedenken an den siebten Todestag von Don Giussani, verkündet Don Julián Carrón, Präsident der Fraternität von CL, dass er den Antrag auf Eröffnung des Selig- und Heiligsprechungsverfahren von Don Giussani eingereicht hat.
Das Ansuchen wurde vom Erzbischof von Mailand, Kardinal Angelo Scola angenommen.

2013, am 11. September, erschien die erste vollständige Biographie von Don Luigi Giussani beim italienischen Verlag Rizzoli (Mailand). Autor ist Alberto Savorana.
Am 11. Oktober wurde Don Julián Carrón von Papst Franziskus in Privataudienz empfangen. Aus diesem Anlass schrieb er am 16. Oktober einen Brief an die Fraternität und die ganze Bewegung Comunione e Liberazione.

2014, 29. März: Die Diakonie wählt Don Carrón nach dem Ende seiner Amtszeit für weitere sechs Jahre zum Präsidenten der Fraternität von CL.

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