Das Charisma von CL - Eine Bewegung in der Kirche

Das Charisma von Comunione e Liberazione

„Der Heilige Geist“ – sagte Benedikt XVI. – „hat durch Don Giussani in der Kirche eine Bewegung, eure Bewegung, erweckt, die von der Schönheit des Christseins Zeugnis geben sollte…”

„Der Heilige Geist“ – sagte Benedikt XVI. – „hat durch Don Giussani in der Kirche eine Bewegung, eure Bewegung, erweckt, die von der Schönheit des Christseins Zeugnis geben sollte in einer Zeit, in der sich immer mehr die Meinung verbreitete, das Christentum sei etwas Anstrengendes und bedrückend zu leben. Don Giussani bemühte sich daher, in den jungen Menschen die Liebe zu Christus, der ‚Weg, Wahrheit und Leben‘ ist, wiederzuerwecken, indem er immer wieder darauf hinwies, dass allein Er der Weg zur Erfüllung der tiefsten Sehnsüchte des menschlichen Herzens ist und dass Christus uns nicht trotz unseres Menschseins rettet, sondern durch es.“ (Audienz für die Mitglieder der kirchlichen Bewegung „Comunione e Liberazione“, 24. März 2007).

Ein Charisma ist nach Luigi Giussani „jene Gabe des Heiligen Geistes, die in einem bestimmten geschichtlichen Kontext einem Menschen gegeben wird, damit er dadurch eine Glaubenserfahrung in Gang setze, die dem Leben der Kirche irgendwie nütze.“ Das Charisma, unterstrich Giussani, hat einen „existentiellen Charakter: es macht die durch die apostolische Tradition überlieferte christliche Botschaft eindrücklicher, überzeugender, `zugänglicher`. Ein Charisma ist eine Fortsetzung der Inkarnation, das heißt es ist eine besondere Art und Weise, durch die das Ereignis Christi, die Menschwerdung Gottes, mich erreicht und durch mich andere erreichen kann.


Das Wesentliche des Charismas von Comunione e Liberazione lässt sich in drei Faktoren zusammenfassen:

  1. die Verkündigung, dass Gott Mensch geworden ist (das Staunen über dieses Ereignis, die Vernünftigkeit dieser Botschaft und die Begeisterung darüber): „Das Wort ist Fleisch geworden und wohnt unter uns“;

  2. das Anerkennen, dass dieser Mensch - Jesus von Nazareth, der gestorben und auferstanden ist- ein gegenwärtiges Ereignis ist, bezeugt in der Gemeinschaft, in der Einheit eines Volkes, das von einer lebenden Person geleitet wird, in letzter Konsequenz dem Papst;

  3. Nur innerhalb des Lebens der Kirche (die die Gegenwart Christi in der Welt darstellt), kann der Mensch wahrhaft Mensch sein. Und daher entspringen aus der Gegenwart Christi mit Gewissheit Moralität und Leidenschaft für das Heil des Menschen (Mission).


Ein Charisma – so erklärte es Don Giussani – „stiftet eine soziale Wirklichkeit, nicht in Form eines Projekts, sondern als eine Bewegung von Menschen, die durch eine Begegnung verändert wurden und die nun versuchen, die Welt, ihr Umfeld und die Umstände, denen sie begegnen, menschlicher zu leben. Das gelebte Gedächtnis Christi wird unausweichlich zu einer Präsenz in der Gesellschaft, auch ohne dass jemand es plant.“ Dass die Bewegung ohne jegliches Projekt und Planung entstanden ist, betonte Don Giussani erneut in seinem Brief an Papst Johannes Paul II. anlässlich des fünfzigjährigen Bestehens von Comunione e Liberazione: „Ich wollte nie irgendetwas ‚gründen‘. Ja, ich meine, dass es der Genius der Bewegung, die ich entstehen sah, war, die Notwendigkeit einer Rückkehr zu den grundlegenden Aspekten des Christentums erkannt zu haben, das heißt eine Leidenschaft für das christliche Ereignis als solches, in seinen wesentlichen Aspekten – und nichts weiter.“

Johannes Paul II. hatte in in seinem Brief zum 20. Jahrestag der Fraternität von Comunione e Liberazione folgendes bekräftigt: „Wenn wir das Leben und die Werke der Fraternität und der Bewegung an unserer Erinnerung vorüberziehen lassen, ist der erste, beeindruckende Aspekt jener Einsatz, der unternommen wird, um die inneren Bedürfnisse des Menschen von heute zu erkennen. (…) Die Bewegung hat deshalb nicht nur ‚einen‘ Weg, sondern ‚den‘ Weg zeigen wollen, um eine Lösung für dieses existentielle Drama zu finden. Der Weg – wie oft haben Sie dies bekräftigt – ist Christus.“
Es sei an dieser Stelle auch an das Zeugnis von Professor Nikolaus Lobkowicz, langjähriger Präsident der Katholischen Universität Eichstätt, der in seinem Vorwort zu Giussanis Buch Das Wagnis der Erziehung schreibt: „Vielleicht ist dies das eigentliche Geheimnis von Don Giussanis Charisma, dass er zu vermitteln vermag: der Weltenrichter will uns gut, er ist unser Bruder und Freund. (…) Es ist wohl kein Zufall, dass Freundschaft eine der Tugenden ist, die die von Don Giussani gegründete Bewegung am freudigsten übt“ .

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