Notizen aus dem Seminar der Gemeinschaft mit Julián Carrón in Videokonferenz aus Mailand, 24. Februar 2021

Dies ist die Übersetzung des ersten und des letzten Beitrags aus dem Seminar der Gemeinschaft ein-schließlich der Kommentare von Don Julián Carrón.

Guten Abend, allerseits. Danke, dass du mich heute Abend hierher eingeladen hast, es ist das erste Mal für mich. Vor 2020 kannte ich Comunione e Liberazione noch nicht. Ich lernte dann eine Arbeitskollegin ken-nen, die Mitglied von Comunione e Liberazione war; und eh ich mich versah, fühlte ich mich ihr schon sehr verbunden, ohne zu wissen warum. Ich fragte mich, warum das so war, da sie mir zu diesem Zeitpunkt fast fremd war. Mir fiel am meisten auf, dass sie mich nicht wie eine Fremde behandelte, sie urteilte nicht dar-über, dass ich keine Beziehung zum Glauben hatte, noch versuchte sie jemals, mich zum Glauben zu drän-gen. Eines schönen Tages, wie ein Blitz aus heiterem Himmel, lud sie mich ein, am Seminar der Gemein-schaft teilzunehmen, das am selben Abend stattfinden sollte. Ich dachte: "Wie ist es möglich, dass eine Per-son wie sie jemanden wie mich einlädt?". In diesem Moment schien es mir, als sei ein Wunder geschehen. Von einer völlig fremden Person wurde ich in eine Gemeinschaft aufgenommen, als wäre ich eine ihrer Schwestern. Schritt für Schritt erfuhr ich das Charisma dieser Wegbegleitung, die jetzt zu meinem Leben gehört: Ich traf Menschen, die eine große Familie sind, die sich nicht nur um sich selbst kümmern, sondern auch um diejenigen, die von außerhalb kommen. Allmählich begann ich zu verstehen, dass Gott diesen Men-schen auserwählt hatte, um mir das Geschenk machen, wie er es beschlossen hatte, nämlich die Begegnung mit Ihm, die mir seit einiger Zeit fehlte. Das Außergewöhnliche ist, dass Er sich entschied, es auf die menschlichste und natürlichste Weise zu tun, die möglich war, und mir die Freiheit ließ, dieses Geschenk wieder neu anzunehmen, das ich in der Vergangenheit oft nicht angenommen hatte. Ich sagte, ich sei weit von Gott entfernt, und durch diesen Menschen zog er mich zu sich. Ohne Ketten, ohne Fesseln oder Mit-gliedsausweis, sondern einzig mit der Liebe, die mir von dieser Familie von Menschen, die keine Fremden mehr waren, entgegengebracht wurde. Wir sind alle unterschiedliche Menschen, aber geeint durch die Tat-sache, dass wir Kinder Gottes und damit Geschwister sind, und das hebt jede Art von Fremdheit zwischen uns auf, sogar schon bei der ersten Begegnung. Genau das ist die Bedeutung des Charismas der Bewegung: eine große Familie, die dich in der Umarmung aufnimmt, die du empfangen kannst, wenn du Gott begegnest, und die dir das Gefühl gibt, beschützt und über alle Grenzen hinweg geliebt zu sein.