Die Bedeutung der neuen Satzung

Don Andrea D’Auria erklärt die Schritte, die gemacht wurden, und Neuerungen für das Leben von CL
Stefano Filippi

Am 8. September hat das vatikanische Dikasterium für die Laien, die Familie und das Leben die neue Satzung der Fraternität von Comunione e Liberazione (CL – Gemeinschaft und Befreiung) genehmigt, welches im Anschluss veröffentlicht wurde und am 15. Oktober in Kraft getreten ist. Der Überarbeitungsprozess hat fast vier Jahre gedauert. Am 11. Juni 2021 hatte der Präfekt des Dikasteriums, Kardinal Kevin J. Farrell, das allgemeine Dekret mit dem Titel Die internationalen Vereinigungen von Gläubigen verkündet (in Kraft getreten am 11. September desselben Jahres), welches für alle kirchlichen Bewegungen insbesondere zwei Grundsätze festlegte: die Dauer und die Anzahl der Amtszeiten der Verantwortlichen sowie die Beteiligung aller Mitglieder an der Bildung der Leitungsorgane durch Wahlen. Warum ist diese Überarbeitung so wichtig? Welche Schritte wurden unternommen? Welche Veränderungen bringt sie für das Leben von CL mit sich? Eine Antwort darauf gibt Don Andrea D'Auria, Dekan der Fakultät für Kirchenrecht an der Päpstlichen Universität Urbaniana, Leiter des Internationalen Zentrums von CL und Koordinator der internen Kommission der Bewegung, welche im Austausch mit dem Dikasterium die Überarbeitung vorgenommen hat.

Warum braucht CL überhaupt eine Satzung? Stellt das Recht nicht eine Art „Einmischung“ in das freie Leben der Bewegung dar?

Mit Sicherheit können wir nicht sagen, dass die Begegnung mit Christus in unserem Leben durch das Kirchenrecht hervorgerufen wird, doch dort, wo der Glaube in seiner Ganzheit gelebt wird, nehmen wir von Anfang an wahr, dass der rechtliche Aspekt ebenso Teil unserer Glaubenserfahrung ist. Monsignore Eugenio Corecco, Bischof von Lugano, den eine enge Freundschaft mit Don Giussani verband, sagte, dass das Kirchenrecht wesenhaft mit dem Heilsereignis verbunden ist: Wenn die Begegnung mit Christus wahrhaftig ist, bewirkt sie unmittelbar eine Veränderung im Menschen, die in der Tat auch ein neues Lebensgesetz darstellt.

Kannst du das an einem Beispiel erläutern?

Ich habe die Bewegung 1980 in der Schule, am naturwissenschaftlichen Gymnasium Casiraghi in Cinisello Balsamo, etwas außerhalb von Mailand, kennengelernt. Für mich war diese Begegnung faszinierend und überwältigend, und eine der Folgen war, dass ich jeden Tag mit meinen Freunden von GS die Laudes betete. Es war eine Regel, aber wir empfanden sie nicht als eine von außen auferlegte Pflicht: Sie war gewissermaßen der Begegnung, die wir gemacht hatten, eingeschrieben.

Willst du damit sagen, dass das Recht das ausdrückt, was manchmal nur implizit bleibt?

Ja, das Recht hilft uns, den Inhalt einer Begegnung, die wir als anziehend und entsprechend wahrnehmen, explizit werden zu lassen. Das ist der erste Punkt. Ein weiterer Aspekt ist: Das Recht ist ein eigener, von anderen unterschiedlicher Weg, um das Heilsgeheimnis besser zu begreifen. Es hilft uns zu verstehen, was die Rechte und Pflichten eines jeden Getauften sind – in unserem Fall also jeder Person, die der Fraternität und allgemein der Bewegung angehört. In diesem Sinne ist das Recht auch eine Hilfe, um die Gemeinschaft unter uns zu wahren, und ein Weg, um das, was uns widerfahren ist, mit geeigneten Mitteln zu vertiefen.

Also handelt es sich um eine Vertiefung des Charismas?

Ganz genau, das Kirchenrecht hat uns in unserem Fall geholfen und wird uns weiterhin helfen, besser zu verstehen, was uns widerfahren ist. Papst Franziskus hat bei der Audienz, die er uns am 15. Oktober 2022 gewährt hat, gesagt, dass „das Potenzial eures Charismas noch weitgehend unentdeckt ist, es gibt noch vieles zu entdecken.“ Das Charisma von Don Giussani ist meines Erachtens wie eine Goldader in einem Berg, die noch vollständig erschlossen werden muss. Noch etwas will ich hinzufügen: Die Vertiefung des rechtlichen Aspekts und auch die Abfassung des Statuts waren für uns eine Gelegenheit, besser zu verstehen, wer wir sind, was uns ausmacht und was uns widerfahren ist. Es war interessant zu sehen, dass in manchen Fällen die Schwierigkeiten beim Verfassen eines Artikels, der eine bestimmte Norm oder ein bestimmtes Konzept wiedergibt, nicht nur auf juristisch-technischen Unsicherheit beruhten, sondern auch auf der Tatsache, dass bestimmte Dinge vielleicht auch uns selbst nicht ganz klar waren und daher eines besseren Verständnisses und einer Vertiefung bedurften. Mit anderen Worten: Wenn ich ein Konzept oder eine Erfahrung nicht in rechtliche Begriffe fassen kann, dann deshalb, weil sie mir selbst noch nicht vollständig klar sind. Das Verfassen des Statuts war daher eine Gelegenheit, besser unsere Berufung, unseren Platz in der Geschichte und die Tiefe unserer Erfahrung zu verstehen.

Enthält die neue Satzung radikale Neuerungen?

Inhaltlich gibt es nichts revolutionär Neues, und das ist richtig so. Hervorzuheben ist allerdings die erneute Präzisierung des Verhältnisses zwischen Fraternität und Bewegung, denn hier wird klar gesagt, dass die Fraternität für die Leitung der gesamten Bewegung verantwortlich ist; außerdem wird festgelegt, welche ausbildenden und erzieherischen Instrumente es gibt – zum Beispiel das Seminar der Gemeinschaft.

Das Verfassen des Statuts war eine Gelegenheit, besser unsere Berufung, unseren Platz in der Geschichte und die Tiefe unserer Erfahrung zu verstehen.

Die Satzung wurde vom Dikasterium endgültig genehmigt, nicht ad experimentum. Man sagte, das bestätige die Güte der Erfahrung der Bewegung. Warum?

Normalerweise gewährt der Heilige Stuhl bei einer so umfassenden Überarbeitung wie in unserem Fall zunächst eine fünfjährige „Probezeit”, um dann eventuelle Korrekturen vorzunehmen. Im Fall der Fraternität hatte das Dikasterium im Herbst 2021 den Präsidenten Davide Prosperi darauf hingewiesen, dass mehrere Aspekte überarbeitet werden müssten, was auch geschah. Die Tatsache, dass der Heilige Stuhl auf eine Zeit ad experimentum verzichtet hat, ist auch ein Zeichen der Wertschätzung, die er für uns, unsere Erfahrung und die Arbeit an uns selbst hat.

Ist diese Anerkennung nur eine technische Bewertung?

Nicht nur. Eine erste Beurteilung durch den Heiligen Stuhl gab es bereits 1982, als die Fraternität als universelle Vereinigung päpstlichen Rechts anerkannt wurde; Papst Johannes Paul II. erklärte, dass Gemeinschaft und Befreiung ein sicherer Weg zur Heiligkeit sei, also ein Kontext, in dem die Integrität der kirchlichen Erfahrung gelebt wird. Mit der Anerkennung vom 8. September dieses Jahres wird dieses Urteil erneuert. Es wird bekräftigt, dass CL ein gültiger Weg der Glaubensbildung ist – und es ist wichtig, dies zu sagen, nachdem wir zugegebenermaßen auch einige Momente der Spannung mit dem Heiligen Stuhl erlebt haben.

Als du die Satzung den italienischen Verantwortlichen der Bewegung vorgestellt hast, sagtest du, dass es die Verlässlichkeit des Rechts gewährleistet. Was meinst du damit?

Ich möchte zwei Aspekte hervorheben. Der erste ist, dass ich auch dank des Rechts sicher bin, dass das, was ich in meiner eigenen Gemeinschaft lebe, das ist, was die gesamte Bewegung lebt. Meine Gemeinschaft mag auch klein sein, doch wenn wir die Grundsätze und Vorgaben des Statuts befolgen, kann ich gewiss sein, dass wir, selbst wenn wir wenige sind, das leben, was auch der Rest der Bewegung lebt – wenn möglich mit derselben Intensität und demselben missionarischen Impetus. Natürlich ist es dann das tägliche „Ja” jedes Einzelnen, das der Regel Leben einhaucht.

Und der zweite Punkt?

Das ist die Gewissheit einer historischen Kontinuität. Auch aufgrund des kanonischen Rechts kann ich die Gewissheit haben, jene Intuition zu leben, die Don Giussani 1954 mit den ersten Giessini gehabt hatte. Das Recht erleichtert, wenn auch nicht vollständig und endgültig, die Kontinuität einer Erfahrung in der Geschichte. Analog dazu kann ich, wenn ich beispielsweise beichte, auch dank des Rechts sicher sein, dass der Priester mich tatsächlich von meinen Sünden freispricht, da es mir garantiert, dass genau diese Worte – und keine anderen – der Form des Sakraments nach Jesu Willen entsprechen.

CL ist eine Bewegung, die aus einem Charisma entstanden ist – und zwar aus dem, das Don Giussani geschenkt wurde. Ist das Charisma in Gefahr, wenn es „institutionalisiert” wird, also wenn es sich in irgendeiner Weise mit den Institutionen vermischt?

Davor sollten wir keine Angst haben. Es gibt einen Aspekt der Lehre von Don Giussani, der auch in einer von der Kirche garantierten Form festgeschrieben werden muss. Natürlich können viele Dinge aktualisiert, überarbeitet oder überdacht werden. Doch es gibt einen starken, ich würde beinahe sagen glühenden Kern in der Lehre von Giussani, der vor uns, vor dem ganzen Volk Gottes und vor der Kirche festgehalten werden muss. Der berühmte Satz, den Benedikt XVI. 2007 bei der Audienz für CL auf dem Petersplatz gesagt hat („die Charismen müssen sich auch in der einen oder anderen Weise institutionalisieren, damit ihnen Kohärenz und Kontinuität beschieden ist”), wurde 2016 in dem von der Kongregation für die Glaubenslehre verfassten Schreiben Iuvenescit Ecclesia aufgegriffen: Es ist sehr bedeutsam, dass ein offizielles Kirchendokument das aufgreift, was ein Papst in einer Audienz gesagt hat, welche an uns gerichtet war.

Ist die Überprüfung seitens der Kirche eine autoritäre Auferlegung?

Zunächst einmal ist festzuhalten: Nach dem Lehramt hat allein die kirchliche Autorität die Vollmacht, die der Gemeinschaft der Kirche geschenkten Charismen authentisch zu beurteilen. Die Aufgabe der Unterscheidung ist eine Gabe des Heiligen Geistes, die den Hirten gegeben ist, damit sie erkennen können, ob ein Charisma gut ist oder nicht. Auf dieses Thema geht Iuvenescit Ecclesia ausführlich ein, insbesondere in Nummer 17, insofern die Institutionalisierung des Charismas gerade in der kirchlichen Beurteilung liegt. Die Beurteilung durch die Hirten, welche einen Aspekt der Ausübung ihrer Sacra Potestas und somit eine institutionelle Gegebenheit darstellt, erfolgt kraft einer Gabe, die ihnen vom Heiligen Geist geschenkt wurde. Hier entsteht meines Erachtens eine gegenseitige Bereicherung zwischen Charisma und Institution: Das Charisma hat die Aufgabe, die Institution zu beleben und bringt dabei auch normative Gegebenheiten hervor; die Institution wiederum ist hierarchisch gesehen dazu berufen, kraft ihrer Gabe des Heiligen Geistes die charismatischen Aufbrüche, die sich im Leben der Kirche auf immer neue Weise zeigen, zu prüfen. Diese Überprüfung seitens der Kirche geht immer mit einem institutionellen Aspekt einher, indem man feststellt, dass das Charisma für die gesamte Kirche gut ist. Die Institution der Kirche wollte uns somit wertschätzen: Uns wird gesagt, dass wir die Gewissheit haben können, der Erfahrung der Gesamtkirche anzuhängen, wenn wir heute innerhalb der Erfahrung von CL dem Charisma von Don Giussani folgen. Somit machen wir eine echte und authentische Glaubenserfahrung, die uns innerhalb dieser Weggemeinschaft ermöglicht wird. CL ist ein Einzelteil, in welchem die Erfahrung der Kirche als Ganze lebendig ist. Dabei fällt mir ein Satz des Theologen Hans Urs von Balthasar ein, den Don Giussani oft in seinen Vorlesungen an der Katholischen Universität in Mailand zitiert hat: „Das Ganze im Fragment“. Ich kann auch aufgrund der kirchlichen Anerkennung gewiss sein, dass das, was ich in meiner Gemeinschaft von CL lebe, das ist, was die gesamte Kirche lebt und lehrt.

Warum hat es vier Jahre gedauert, die Satzung zu überarbeiten?

Die Arbeit war anspruchsvoller und langwieriger als erwartet. Anfangs wurden die Beiträge und Vorschläge der Mitglieder von CL gesammelt, insgesamt an die tausend. Eine eigens eingerichtete Kommission arbeitete anhand dessen einen ersten Entwurf aus, welcher dann der Zentralen Diakonie der Fraternität übergeben wurde, die das ganze folgende Jahr weiter daran arbeitete. Im Dezember 2023 wurde der Text dem Dikasterium vorgelegt. Ende 2024 kamen die ersten Korrekturen seitens des Dikasteriums zurück, worauf der Dialog zwischen dem Heiligen Stuhl und der Diakonie der Fraternität begann, der schließlich zum positiven Ergebnis vom 8. September dieses Jahres führte. Der Austausch war sehr intensiv. Bei einigen Punkten haben wir die Vorschläge des Heiligen Stuhls angenommen, auch wenn wir sie nicht teilten; auf andere haben wir bestanden und wurden angehört; in wieder anderen haben wir uns auf gemeinsame Kompromisslösungen geeinigt.

Kommen wir nun zur Wahl der Generalversammlung, die unter anderem den Präsidenten der Fraternität wählt.

Wir dürfen keine Angst vor dem Wahlverfahren haben. Der Papst wird von den Kardinälen gewählt, der Benediktinerabt von den Mönchen... Warum ist das so? Weil der Heilige Geist auch durch unseren Willen, unser Urteilsvermögen, zur Kirche spricht. Natürlich dürfen wir nicht denken, dass die Wahrheit einfach aus Mehrheitsbeschlüssen hervorgeht; wenn jedoch mehrere Menschen sich zusammensetzen, um auf einen Anderen zu hören, wenn sie gemeinsam den Heiligen Geist anrufen, haben sie die Möglichkeit zu verstehen, was für alle gut ist. Die Grundlage des Prinzips der Repräsentativität gründet auch in der kirchlichen Lehre vom sensus fidei fidelium, wie sie in Lumen Gentium, Nummer 12, dargelegt ist. Das kirchliche Lehramt besagt, dass das Volk Gottes die Wahrheit des Glaubens erfassen kann. Das Volk Gottes ist durch den Heiligen Geist nicht nur dazu befähigt, die dogmatisch-theologische Wahrheit zu erkennen, sondern auch, diese im Konkreten umzusetzen und zu verwirklichen. Wenn also das Volk Gottes die Wahrheit der regula fidei erfassen kann, dann kann es umso mehr auch die richtigen Entscheidungen treffen, die mit dem Dogma übereinstimmen und in Gemeinschaft mit den Hirten stehen. Die Lumen Gentium spricht von einem „übernatürlichen Glaubenssinn des ganzen Volkes”. Die Gläubigen haben aufgrund der Taufe die Fähigkeit zu erkennen, was gut und richtig ist. In diesem Sinne wird derjenige, der zum Präsidenten gewählt wird, nicht Ausdruck einer Mehrheit oder Strömung sein, sondern eines gemeinsamen Willens – und damit dazu berufen und verpflichtet, das zu tun, was dem Wohl aller dient.

Warum hat man sich für dieses Wahlsystem entschieden?

Da sich das Charisma nach dem Tod des Gründers nicht auf eine Einzelperson überträgt, sondern von allen getragen wird, die diesem Weg anhängen, müssen alle direkt oder indirekt an der Bestimmung sowohl der Person, die sich am besten zur Leitung eignet, als auch der Mitglieder des Leitungsgremiums, der Zentralen Diakonie, mitwirken. Deshalb wurde ein Verfahren eingeführt, das allen Mitgliedern der Fraternität pleno iure dieses Recht garantiert. Die Generalversammlung mit ihren rund 280 Mitgliedern wird von allen Wahlberechtigten gewählt, auch von denen, die zu zahlenmäßig sehr kleinen Wahlkreisen gehören. Die Generalversammlung wählt dann aus ihren Reihen den Präsidenten und die Mitglieder der Diakonie mit dem sehr hohen Quorum einer Zweidrittelmehrheit.

Warum das?

Meiner Meinung nach ist das eine wichtige Garantie. Nicht jedes beliebige Mitglied der Generalversammlung kann zum Präsidenten oder Mitglied der Diakonie gewählt werden, sondern nur eine Person, die durch Mitsprache aller vorgeschlagen wurde. Dieses System garantiert somit eine sehr starke Repräsentativität. Dann nominiert die Zentrale Diakonie mit dem Präsidenten die Referenzpersonen für die territorialen Bereiche und Gebiete in der ganzen Welt, wobei auch diese grundsätzlich und wie in der Satzung nahegelegt aus den Reihen der Generalversammlung gewählt werden sollten.

Wie kann man bei der Wahl des Präsidenten erkennen, wer die geeignetste Person ist?

Ich bleibe bei dem, was ich schon gesagt habe: Man wählt, indem man auf die Stimme des Heiligen Geistes hört. Es wird ein Dokument geben, das die Tätigkeit der Versammlung regelt und dadurch ihren Mitgliedern helfen soll. Doch im Eigentlichen handelt es sich um einen Moment des Gebets: Gemeinsam werden wir uns fragen, wer am besten dazu geeignet ist, die Bewegung als Berufungsgemeinschaft in der Nachfolge der Kirche zu leiten.

Verändert sich mit der neuen Satzung das Verhältnis zwischen zentraler Leitung und lokalen Gemeinschaften? Wie werden die lokalen Verantwortlichen ausgewählt?

In der neuen Satzung gibt es keine gewählten Diözesan- und Regionalverantwortlichen mehr, da wir gesehen haben, dass es angesichts unserer uneinheitlichen Präsenz in der Welt sinnvoller ist, dass die Diakonie von Fall zu Fall und je nach Situation entscheidet, ob sie einen territorialen Verantwortlichen für jede Stadt, Region oder Diözese oder sogar für jedes Land oder jeden Kontinent ernennt. Diese Verantwortlichen, deren Aufgaben und Zuständigkeiten je für das ihnen anvertraute Gebiet festgelegt sind, bleiben so lange im Amt, wie die Zentrale Diakonie es für angebracht hält, sie zu bestätigen. Ich möchte hier noch ein paar Worte zur Führungsstruktur der Fraternität sagen. Mit der neuen Satzung gibt es einen Ansatz, der eine größere gemeinschaftliche Mitverantwortung aufweist, insofern alle, die seit mindestens einem Jahr Mitglied der Fraternität sind (mit Ausnahme der Nichtkatholiken), unmittelbar an der Bildung der Generalversammlung mitwirken. Diese Versammlung wird in der Regel alle fünf Jahre einberufen, um mit qualifizierter Mehrheit den neuen Präsidenten und 15 Mitglieder der neuen Diakonie zu wählen. Die Versammlung überprüft den in den vergangenen fünf Jahren zurückgelegten Weg und muss schließlich auch über eventuelle Änderungen des vorliegenden Statuts beschließen und das Direktorium genehmigen oder ändern. Dieser Mechanismus ermöglicht neben einer effektiven Repräsentativität aller Mitglieder die Treue zu der von Don Giussani gewollten und praktizierten Vorgehensweise bei der Ernennung der lokalen Verantwortlichen, die von den Leitern der Fraternität benannt werden. Dadurch soll sowohl Kontinuität als auch Gemeinschaftlichkeit in der Leitung begünstigt werden.

Und was wird jetzt von uns erwartet?

Mit der Genehmigung des neuen Statuts bekräftigt die Kirche erneut die Güte des Charismas von CL und der in diesen Jahren entwickelten Praktiken. Damit fordert sie uns alle auf, die Erfahrung der Bewegung immer totaler und verantwortungsbewusster zu leben. Die Kirche nimmt uns ernst, und wir sind dazu aufgerufen, das gleiche gegenüber dem Charisma zu tun, dem wir begegnet sind.